Kaffee - wie wirkst du?


Montagmorgen 7 Uhr; erster Gedanke: das Morgenritual, der Genuss, die Zeit für mich, der Kaffee. Espresso, Cappuccino oder doch Macchiato? Es gibt ihn in allen möglichen Variationen und eine Sache haben sie alle gemeinsam. Den Energieschub, den sie uns verleihen. Doch wirkt der Wachmacher wirklich so unschlagbar gut wie er auch schmeckt oder trügt der Schein UND verstärkt er sogar unsere Periodenschmerzen?


Die meisten Kaffeeliebhaberinnen kennen es, dieses Gefühl voller Energie zu sein nach nur einer Tasse Kaffee. Der kleine Boost am Morgen, der Push nach dem Mittagessen oder die Rettung bei Nachmittagsmüdigkeit. Doch: Wie viel bringt das Koffeingetränk wirklich und hält die Wirkung auch auf Dauer? Studien [1] zufolge steht eines zumindest fest: Koffein gelangt nach ca. 30 Minuten ins Blut, erhöht den Blutdruck und lässt das Herz schneller schlagen. Das führt dann meistens zu weniger Müdigkeit und zur Leistungssteigerung. Aber das Koffein kann auch Nebenwirkungen aufweisen, darunter Herzrasen, Schlafstörungen und auch Unruhegefühl. Hierbei kommt es nicht nur auf die Menge, sondern auch auf den Zeitpunkt an.

Schläfst du schlecht ein?

Grundsätzlich gilt, je später man seinen Kaffee trinkt, desto wahrscheinlicher werden mögliche Einschlafstörungen. Auch der Koffeingehalt spielt eine wichtige Rolle, da ein doppelter Espresso am frühen Abend deutlich mehr Energie liefert, als ein Caffe Latte. Achte also darauf, dass du nicht zu spät und nicht zu viel Koffein zu dir nimmst. Als Faustregel kann man sagen: Keinen Kaffee 3h vor dem Schlafengehen und lieber eine "verdünnte" Variante genießen.

Kaffee hat bei dir keine Wirkung (mehr)?

Eine weitere Feststellung im Bezug auf den dauerhaften Konsum von Kaffee ist, dass die Wirkungsweise von Koffein auf den Körper nachlässt. Dies bedeutet, dass regelmäßige "Kaffeetrinkerinnen" mit der Zeit durch diesen Gewöhnungseffekt einen wahrscheinlich höheren Koffeinbedarf für den selben Energieschub entwickeln. Zu hoher Konsum kann sogar dazu führen, dass überhaupt kein Effekt mehr erreicht wird und das zugeführte Koffein wird dann benötigt, um das ursprüngliche Leistungsniveau zu erreichen. Es gilt: Mehr hilft nicht mehr.


Kaffee als Schmerz-Verstärker?

So sehr wir unseren Kaffee als Genussmittel in unserem Morgenritual lieben, hat er vor allem auf unseren weiblichen Zyklus keine gute Wirkung. Das Koffein kann Krämpfe vor und während der Periode verschlimmern. Wieso? Das Koffein verengt unsere Blutgefäße. Das widerum kann als Booster für den Schmerz wirken. Der selbe Effekt tritt übrigens auch bei Kopfschmerzen auf.

Sprich: Verzichtest du an den 3 letzten Tagen deines Zyklus auf Koffein, könnte das deine Krämpfe lindern. (Weitere Periodenschmerzen-Verschlimmerer findest du übrigens auch in unserem Instagram-Post). Ich habe diesen Verzicht als Zyklus-Routine mit aufgenommen und merke den Unterschied deutlich.


Zusammenfassend kann man sagen, dass du weiterhin deinen Kaffe genießen und ihn als kleinen Booster für den Tag einsetzten kannst. Achte dabei aber auf das richtige Timing. Das bedeutet, trinke zum richtigen Tageszeitpunkt und auch zum richtigen Zeitpunkt innerhalb deines Zyklus.





[1] Studie: Long-term coffee consumption, caffeine metabolism genetics, and risk of cardiovascular disease: a prospective analysis of op to 347,077 individuals and 8368 cases; by A. Zhou, E. Hyppönen; veröffentlicht: März 2019